Markos-Medienpodcast-189 - Die Fischfutter-Affäre: Wie ein Politiker seinen Ruf ruiniert.

01.12.11, 19:55:34 by Markos-Medienpodcast

Es geht um einen 13-jährigen Jungen, einen Bundestagspolitiker der Bündnis-Grünen, dessen Frau und einen Blogger. Die Geschichte hätte ganz einfach sein können. Ein Ehepaar badet an einer verbotenen Stelle in einem See. Vier Kinder wollen dort angeln und versuchen, Fische mit Futterkugeln anzulocken. Eine Kugel trifft die badende Frau am Kopf. Jetzt hätte man auf die Kinder zugehen können, ein wenig schimpfen, die Kinder hätten sich entschuldigt, und keiner hätte mehr darüber geredet. Doch das Ehepaar, in diesem Fall der Bundestagsabgeordnete Christian Ströbele und dessen Frau, reagierten ganz anders. Wie das Ganze zu einer Geschichte wurde, die die Internetgemeinschaft sogar in den USA aufregte, erzählt einer der Betroffenen, und zwar Hardy Prothmann, der Gründer und Leiter des Heddesheim-Blog in diesem Podcast. Zur jorunalistischen Sorgfaltspflicht gehört es, auch Christian Ströbele zu Wort kommen zu lassen. Das hat der NDR in seiner Sendung Zapp gemacht, und den hervorragenden Bericht kann man hier sehen. - Marko Schlichting

Download MP3 (21,6 MB)

Alle Kommentare RSS

  1. Mirko sagt:

    Die Geschichte hat eindeutig zwei Verlierer, Marko.

    Die Pressefreiheit war zu keiner Sekunde in Gefahr. Ströbele hat zwar nicht souverän, aber Eisenberg umso mehr gekonnt auf die einsetige Berichterstattung Prothmanns reagiert. Für mittlerweile viele ist diese Reaktion nachvollziehbar.

    Vier Monate Recherchezeit ohne Befragung der Betroffenen selbst (20 Minuten vor VÖ anfragen ist keine Anfrage). Wollen wir diese Art von Lokaljournalismus?

    Ob Prothmann mit dem Wert seiner Glaubwürdigkeit, die er hier aufs Spiel gesetzt hat, auch leben kann?

    Man kann der angeblichen Falschauskunft der Staatsanwaltschaft (denn auch das wird mittlerweile hinterfragt) fast dankbar sein.

  2. Mirko sagt:

    Nachtrag: Ich habe mir den Podcast jetzt fertig angehört. Warum von Deiner Seite keine Frage im Podcast, warum der Journalist NICHT die Betroffenen in der Recherche befragt hat?

  3. Christoph Voigt sagt:

    Hallo Mirko,ich verfolge die Geschichte auch seit längerem, kannst Du Deinen Hinweis "...angeblichen Falschauskunft der Staatsanwaltschaft (denn auch das wird mittlerweile hinterfragt)..." belegen?
    Gruss

  4. Max sagt:

    Na,das wär ja ein Ding, wenn die Sache der Auskunft der Staatsanwaltschaft wie dargestellt gar nicht so stimmen würde. Und das würde auch erklären, warum Prothmann die Unterlassungserklärung auch gezeichnet hat.

    Bisher habe ich von Zapp ja schon immer viel gehalten. Die Frage, warum Prothmann nicht die Betroffenen gefragt hat, hat jedoch seitens des Berichts wirklich gefehlt. Irgendwie traut sich ausser Kommentaren im Web anscheinend keiner - weder Blogger noch Journalist, das zu hinterfragen. Zapp soll ja vornehmlich ein kritisches Medienmagazin sein und sich nicht blindlings ins Politikerbashing einreihen.

  5. O.D. sagt:

    Würde mich nicht mehr wundern, wenn da was dran wäre. Die Geschichte ist wirklich zu schlecht gearbeitet.

  6. O.D. sagt:

    @Max

    "Irgendwie traut sich ausser Kommentaren im Web anscheinend keiner - weder Blogger noch Journalist, das zu hinterfragen."

    Aber es wird hinterfragt. Und darauf kommt es an. Und es wird gelesen. Die Nutzer bilden sich auch durch Blogdiskussionen ihre Meinung. Das Beispiel mit dem Heddesheimblog und seiner Quotenstory könnte man fast als Paradebeispiel dafür betrachten. Schau mal hierhin...: http://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/11/25/strbele-mahnt-ab-was-ist-eine-anzeige/#comments (hervorzuheben Hardy Prothmanns Kommentar #106 auf sachlich kritisches Hinterfragen von Sven)

    Jede Sache hatauch seine gute Seite.

  7. Sven Temel sagt:

    So arbeitet Hardy Prothmann:
    http://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=560061367367304&id=292736560766454

Dein Kommentar

Du bist nicht eingeloggt. Wenn du dich anmeldest, musst du in Zukunft Name und E-Mail Adresse nicht mehr eingeben.